Planung und Ausführung von Heiz- und Kühldeckensysteme

Planung und Ausführung von Heiz- und Kühldeckensysteme

Ökologie und Behaglichkeit in perfekter Kombination

Um die geplante Wärmewende sicher zu adressieren, müssen Gebäude strenge ökologische Anforderungen erfüllen. Somit steigt die Nachfrage nach einer energetisch sinnvollen Technik zum Heizen und Kühlen. Dabei können solche Systeme punkten, die sowohl effizient und nachhaltig sind, dabei aber gleichzeitig dem menschlichen Bedürfnis nach einem angenehmen Wohnraumklima optimal gerecht werden. Flächenheiz- und kühlsysteme überzeugen hier auf ganzer Linie.

 

Energie sparen mit kombiniertem Heiz- und Kühldeckensystem

Die Einsparung von Primärenergie und die Reduzierung der CO2-Emissionen gehören zu den zentralen Herausforderungen unserer Generation. Dies trifft auf Neubauten und auf die Renovierung von Altbauten gleichermaßen zu. Flächenheiz- und -kühlsysteme leisten in einer Zeit, in der ein gesteigertes Komfortbedürfnis auf die Notwendigkeit von Energie-einsparungen trifft einen wertvollen Betrag.

In einem durchschnittlichen Haushalt betragen die Heizkosten ca. 50 % der Gesamtenergiekosten. Eine moderne Lösung zur energiesparenden Raumklimatisierung mit hohem Behaglichkeitsanspruch stellt eine Flächenheizung und -kühlung dar. Ein Betreiben dieser Systeme ist mit niedrigen Energiekosten verbunden und bietet darüber hinaus viele Vorteile gegenüber anderen Systemen.

Thermische Behaglichkeit

Das thermische Behaglichkeitsempfinden des Menschen hängt von einer Reihe sehr unterschiedlicher Faktoren ab. Hierzu zählen unter anderem die Lufttemperatur- und feuchte, die Luftbewegung, die Wandtemperatur sowie die Art der Heizung oder Kühlung. Die Interaktion dieser Parameter bezüglich des thermischen Behaglichkeitsempfindens des Menschen sind in der DIN EN ISO 7730 dargelegt:

Einflussfaktoren nach DIN EN ISO 7730

Temperatur

Ein wichtiger Faktor für das Behaglichkeitsempfinden einer Person in einem Raum ist die Raumtemperatur. Ob sich ein Wohlbefinden bei einer entsprechenden Raumtemperatur einstellt, gibt der PMV-Index (Predicted Mean Vote) wieder. Bei der Bildung dieses Indexes spielt nicht nur die Raumtemperatur eine wichtige Rolle, sondern auch die Bekleidung, die Tätigkeit, die Strahlungstemperatur der Umschließungs-flächen und eine Reihe weiterer Faktoren. Die Temperaturen der Oberflächen und der Raumluft sollten möglichst nah beisammen liegen.

Feuchte

Ein weiterer nennenswerter Faktor, der sich auf das Behaglichkeitsempfinden einer Person in einem Raum auswirkt, ist die Luftfeuchtigkeit. Die Raumluft ist bis zu einem gewissen Grad in der Lage, Feuchtigkeit aufzunehmen. Die relative Luftfeuchtigkeit (in %) gibt das Verhältnis zwischen der absoluten und der maximal möglichen Feuchtigkeit (in g/m²), in Abhängigkeit von der Temperatur, an.

Luftgeschwindigkeit

Auch die Luftgeschwindigkeit beeinflusst das Behaglichkeitsempfinden im Raum. Zu hohe Luftgeschwindigkeiten führen zu Zugluft, welche sich störend auswirkt oder sogar die Gesundheit beeinträchtigt. Gleiches gilt für den Turbulenzgrad der Luft, welcher die Schwankungen innerhalb der Luftbewegungen beschreibt. Je konstanter die Luftgeschwindigkeit, desto länger wird sie als behaglich empfunden. Um Luftzugerscheinungen möglichst zu minimieren, ist der Einsatz eines Flächenheiz- und -kühlsystems bestens geeignet. Durch niedrige Oberflächentemperaturen tritt nur wenig Konvektion auf. Bei Systemen, die mit Ventilation arbeiten, ist für einen ausreichenden Abstand zur Ventilation zu sorgen, da störende Luftbewegung die Behaglichkeit sowie die Gesundheit der im Raum befindlichen Personen gefährden.

Raumklima und Behaglichkeitsempfinden.

Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass die Raumkonditionen nachhaltig Einfluss nehmen, auf die Leistungsfähigkeit des Menschen. Und das in wesentlich größerem Umfang als bisher angenommen. Heute kann auf Grundlage verschiedener mathematischer Modelle nachgewiesen werden, dass Mitarbeiter leistungsfähiger sind, wenn Unternehmen in das Arbeitsumfeld investieren. Dieses umfasst Licht, Lärm, Luftqualität und Temperatur. Dabei hat die Temperatur den größten Einfluss auf die menschliche Produktivität. Das gilt für Büroarbeiter genauso wie für Schulkinder. Durch eine Verbesserung des physikalischen Arbeitsumfelds kann die Leistungsfähigkeit um bis zu 15% gesteigert werden. Die Heiz-/Kühlleistung wird von Flächensystemen durch einen Strahlungs- und einen Konvektionsanteil im Verhältnis von 2/3 zu 1/3 erbracht. Durch das Prinzip der Strahlungswärme kann die Raumtemperatur z.B. im Heizfall um rund drei Grad Celsius, bei vergleichbarer Behaglichkeit zu konventionellen Systemen, reduziert werden! Ventilatoren sind nicht erforderlich, sodass weder Geräusche noch Zugluft entstehen.

Die Temperatur des Mediums liegt im Kühlfall nur knapp unter bzw. im Heizfall  knapp über der Raumtemperatur. Dies begünstigt die Verwendung von regenerativen Energiequellen wie z. B. Erdwärme über Wärmepumpen.