Energietrend Fernwärme

Dienstag, 9. März 2021

Fernwärme ist der nachhaltige Energietrend, der es uns ermöglicht, klimaneutral zu werden

Emissionen aus der Erwärmung von Wasser, Häusern und industriellen Prozessen machen mehr als die Hälfte des gesamten Energiebedarfs weltweit aus. Und es sind die Städte, die den größten Teil dieser Energie verbrauchen. Wenn man bedenkt, dass in 30 Jahren voraussichtlich 70 % der Weltbevölkerung in städtischen Gebieten leben werden, wird klar, vor welch großer Herausforderung wir uns befinden. Der Umstieg auf erneuerbare Energiequellen würde etwa die Hälfte des Problems lösen, aber dennoch ist die Energieeffizienz nicht minder wichtig.

Das Ziel ist klar. Der Green Deal der EU verpflichtet zu einem komplett kohlenstoffneutralen Europa bis 2050. Und während die meisten Städte damit zu kämpfen haben, diese Frist einzuhalten, könnte Dänemarks bevölkerungsreichste Stadt Kopenhagen die Ziellinie mit einem satten Vorsprung von 25 Jahren erreichen. Ihr Geheimnis? Fernwärme. 

Was genau ist Fernwärme?

Kurz gesagt: Fernwärme wird häufig in Heizkraftwerken erzeugt und bringt Wärme mittels Heizwasser zum Verbraucher.  Nachdem es seine Wärme an die Verbrauchersysteme abgegeben hat, kehrt das Wasser zum Fernheizwerk zurück und zirkuliert so kontinuierlich in einem geschlossenen Rohrnetz. Anstatt, dass also jeder sein eigenes Heizsystem hat, teilt man sich ein System. Es gibt viele Vorteile der Fernwärme, aber der wichtigste in diesem Fall ist ihr nachhaltiger Charakter. Heizkraftwerke nutzen häufig erneuerbare Energien zur Erwärmung des Versorgungswassers. In Dänemark stammen 30 % der Wärme aus der Verbrennung von Abfällen, wie Plastiktüten oder Gegenständen, die sonst nicht recycelt werden könnten.

Zukunftssichere Städte

Klingt toll, oder? Ist es auch, aber zumeist kommen zunächst hohe Kosten, bevor der Nutzen überwiegt. Kurzfristig erfordert die Implementierung von Fernwärme durchaus enorme Investitionen, sowohl monetär als auch logistisch. Um ein Fernwärmenetz zu verlegen, müssen häufig große Rohrsysteme verlegt werden.

Einmal installiert, ist Fernwärme jedoch eines der Puzzlestücke einer zukunftssicheren Stadt. Sie ist nicht nur mit den heutigen erneuerbaren Energiequellen (Biomasse, Windenergie, Wasserenergie, Solarenergie, Geothermie usw.) kompatibel, sondern die Flexibilität der Fernwärme ermöglicht, schnell auf zukünftige Energiequellen umzustellen. Wenn also umweltfreundlichere Alternativen entdeckt werden, ist man in der Lage, diese zu nutzen.

 

Fernwärme bietet den Einwohnern der Stadt auch viele individuelle Vorteile. Das Teilen der Rechnung reduziert vor allem die Kosten für die Gemeinschaft. Zudem kann die Energieversorgung dank intelligenter Systeme viel effizienter sein. Systeme wie Calefa von Wavin, eine zentrale Wärmeschnittstelle, die einen ganzen Wohnkomplex mit Heizung und Warmwasser versorgt, "lernen" aus Energieverbrauchsverhalten. Sobald das System weiß, wann Ihr Wecker morgens klingelt, wird es sich darauf einstellen, indem es warmes Wasser in Ihre Wohnung schickt und dann die Versorgung reduziert, wenn Sie nachts zu Bett gehen. Energiespeicherung ist eine weitere intelligente Funktion, die mit Fernwärme einhergeht. Im Sommer können Sie die Energie, die Sie bei hohen Temperaturen nicht benötigen, sammeln und speichern, sodass man im Winter gerüstet sind.

Gut für den Geldbeutel, gut für die Welt 

Der Grund, warum Dänemark sich so schnell auf den Meilenstein der Klimaneutralität zubewegt, hat damit zu tun, dass 50% des Landes bereits an die Fernwärme angeschlossen sind. Mit Systemen wie Fernwärme, die eine Gemeinschaft buchstäblich miteinander verbinden, schaffen wir lebens- und liebenswerte und widerstandsfähige Städte. Der Kampf gegen die globale Erwärmung war immer eine gemeinsame Anstrengung.